Experimentierwerkstatt zum Thema Schutzwald und Hochwasser- und Lawinenschutz in Wildbacheinzugsgebieten 4. Klassen

Volksschulkinder erforschen Naturgefahren in Donnersbachwald und lernen die Artenvielfalt im heimischen Gebirgswald kennen.

Seit der gewaltigen Hochwasserkatastrophe 2017 in Donnersbachwald ist viel geschehen. Die Vermurungen im Ortskern und die Becken der Geschiebesperren wurden geräumt, Dämme zum Schutz des Siedlungsraumes errichtet und begrünt, neue Brücken gebaut und Straßen saniert. Das alles erfolgte mit großem Einsatz und guter Zusammenarbeit vieler Einrichtungen wie der WLV, Katastrophenschutzabteilung der BH Liezen, Feuerwehr, Bundesheer und der Bevölkerung vor Ort.

 

Um die vielfältigen Naturgefahren (Hochwasser, Steinschlag, Lawinen, Borkenkäfer und Waldbrand) und Schutzmaßnahmen genauer unter die Lupe zu nehmen, besichtigten 30 Irdninger VolksschülerInnen der 4. Klassen mit ihren Lehrerinnen am 28. September 2018 die Hochwasserschutzmaßnahmen im Donnersbachtal sowie den Schutzwald am Strohmoarberg.

 

Direkt an der Wildbachsperre im Finsterkarbach, im Ortskern Donnerbachwald und unterhalb des Schutzwaldes und der Lawinensicherungen am Stromoarberg erkundeten die interessierten Kinder stumme Zeugen hautnah im Gelände. Neben der Besichtigung von technischen und biologischen Schutzmaßmaßnahmen, durften die jungen WissenschaftlerInnen an einem Steinschlag-Modellhang die Wirkung des Waldes gegen Steinschlag testen, lernten Begriffe wie „betrunkener Wald“ oder „Säbelwuchs an Bäumen“ kennen und erfuhren wie ein Wald für Erosionsschutz sowie Lawinenschutz aufgebaut sein soll und welche Baumartenmischung für eine optimale Schutzwirkung geeignet sind.

 

Nach einer kräftigen Waldjause wurden Borkenkäfer und ihre Larven unter Mikroskopen genau beobachtet. Die verschiedenen Fraßbilder in der Rinde waren besonders eindrucksvoll und wie sich die Laven ins Freie fressen. Die Kinder lernten, dass bis zu 4 Generationen von Borkenkäfern pro Jahr heranwachsen können. Gerade heuer ist die Problematik wieder sehr groß. Nur ein geschultes Auge erkennt an der Außenseite der Rinde die Ausflugslöcher der winzigen Käfer.

 

Zum Schutz des Siedlungsraumes forsteten die VolksschülerInnen dann noch eine Fläche mit verschiedenen Baumarten wie Fichten, Lärchen, und Bergahorn auf.

 

Die Exkursion wurde im Rahmen des EU-Projektes CAMARO-D „Transnationale Zusammenarbeit für Gewässerschutz und Schutz vor Hochwässern im Donauraum“ organisiert und durchgeführt.